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Dieses Jahr Salzburg!

Eine kleine Nachtmusik in Salzburg vom 21. bis 23. Januar 2011

Tagwache morgens um 4 Uhr gehört nicht unbedingt zu meinen Lieblingsbeschäftigungen aber die Vorfreude überdeckte die müden Augen. Pünktlich um 08.10 Uhr flogen 24 Personen mit einer kleinen Propeller-Maschine (sie verfügte über 31 Plätze) nach Salzburg. Michi Frey und Anastasia fuhren schon einen Tag früher mit dem Auto. Das Wetter war bedeckt, sehr kalt und es schneite ein wenig.

Nach einem guten Mittagessen wurden wir von einer Hostesse der Salzburger Panoramatours zu einer Stadtbesichtigung abgeholt. Leider waren ausgerechnet an diesem Wochenende ca. 1‘900 Guggen, mehrheitlich aus der Schweiz, zu einem Euro-Carneval & XVIII. Europäischen Guggemusik-Festival, in Salzburg eingetroffen und so musste unsere Hostesse immer wieder geschützte Zufluchtsorte suchen um uns ihre Salzburger-Eindrücke einigermassen verständlich mitteilen zu können.


Das wohl bedeutendste sakrale Bauwerk der Stadt und zugleich geistlicher Mittelpunkt, ist der Salzburger Dom. Mit seiner prächtigen Fassade und der mächtigen Kuppel präsentiert er sich als eindrucksvoller Monumentalbau des Frühbarocks diesseits der Alpen. Sein Entstehen ist eng verbunden mit dem Wesen und Wachsen des geistlichen Fürstentums. Von Bränden zerstört und wiederaufgebaut, vergrößert und erweitert, legt er Zeugnis ab von der Macht und der Unabhängigkeit der Salzburger Erzbischöfe.

Der erste Bau entstand unter Bischof Virgil, der 767 im Zentrum des ehemaligen römischen Juvavum eine Kathedrale errichtete. Am 24. September 774 wurde der Dom den beiden Heiligen Petrus und Rupert geweiht. Als im Jahre 1167 die Grafen von Plain, Anhänger Kaiser Friedrich Barbarossas, die Stadt in Brand steckten, wurde auch der Dom ein Raub der Flammen. Erst unter Erzbischof Konrad III. von Wittelsbach, zehn Jahre später, wurde der Dom neu erbaut - schöner, prächtiger und imposanter als je zuvor und dadurch zum mächtigsten romanischen Münster nördlich der Alpen, dessen Ausmaße sogar den Kaiserdom von Speyer übertrafen.

Nach 400 Jahren war es wieder ein Brand, der am 11. Dezember 1598 große Teile des Domes zerstörte. Für Erzbischof Wolf Dietrich war dies eine Gelegenheit, das beschädigte Münster niederzureißen und Pläne für den Wiederaufbau zu schmieden. Die Salzburger waren sehr aufgebracht über das rücksichtslose Vorgehen des Erzbischofs, wurden nicht nur wertvolle Skulpturen und Grabsteine der Erzbischöfe zertrümmert, sondern auch der Domfriedhof umgepflügt und die Gebeine der Toten auf den Schutt geworfen. Die Gefangennahme und Einkerkerung auf der Festung Hohensalzburg wegen seiner Salzfehde mit Bayern, durch seinen Neffen und Nachfolger Markus Sittikus von Hohenems, setzte den zahlreichen baulichen Vorhaben Wolf Dietrichs ein jähes Ende. Nach dem Tode Wolf Dietrichs erhielt der Baumeister Santino Solari von Erzbischof Markus Sittikus den Auftrag für den Neubau des Domes, der zum ersten frühbarocken Kirchenbau nördlich der Alpen wurde. Mitten in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges fand die feierliche Einweihung, die Markus Sittikus nicht mehr erlebte, am 25. September 1628 durch Erzbischof Paris Lodron statt. Paris Lodron hatte es mit diplomatischem Geschick verstanden, die schwer befestigte Stadt nahezu völlig aus den Schwierigkeiten des Dreißigjährigen Krieges herauszuhalten, sodass die Domweihe zum größten und prächtigsten Fest wurde, das Salzburg je erlebt hat. Die napoleonischen Kriege beendeten die jahrhundertelange Vormachtstellung der Salzburger Kirchenfürsten Mit der Entmachtung des letzten Fürsterzbischofs Hieronymus von Colloredo übernahm der erste Habsburger, Ferdinand III., Großherzog von Toscana, die Herrschaft in Salzburg.

Eine Fliegerbombe zerstörte 1944 die Kuppel und einen Teil des Altarraumes. Die notwendigen Renovierungen wurden durchgeführt und der Dom in alter Pracht 1959 wieder geweiht. Die drei Jahreszahlen an den Torgittern des Domes erinnern an die drei Domweihen: "774", "1628" und "1959". Vor der Hauptfassade befinden sich die 4 Monumentalstatuen: Die Apostel Petrus und Paulus mit Schlüssel und Schwert sowie die beiden Landespatrone Rupert und Virgil mit Salzfass und Kirchenmodell. Die zwei Wappenschilde auf dem Giebelaufsatz verweisen auf die beiden Erbauer des Domes, Markus Sittikus und Paris Lodron.

Zu den Kostbarkeiten des Salzburger Domes gehören die Löwen (1200), das Taufbecken (1311), in dem bereits Wolfgang Amadeus Mozart getauft wurde, die prachtvolle Hauptorgel, umgeben von musizierenden Engeln und gekrönt von Rupert und Virgil sowie die prächtigen Domtore von Schneider-Manzell, Mataré und Manzú. Wolfgang Amadeus Mozart hat in seiner Eigenschaft als Hoforganist und Konzertmeister zahlreiche unvergängliche Werke der Kirchenmusik für Salzburg geschaffen.

Der Domplatz bildet das Atrium für den Dom. Erzbischof Guidobald Thun ließ um 1660 von Giovanni Antonio Dario die Dombögen errichten. In der Mitte des Platzes steht die 1766 - 1771 von Wolfgang und Johann Baptist Hagenauer für Erzbischof Sigismund Graf Schrattenbach geschaffene Mariensäule.

Nach einer kurzen Verschnaufpause genossen wir am Abend in der Gaststätte „Zum Eulenspiegel“ ein feines Menue „Fleisch am Tatarenhut“. Allerdings wussten die Oesterreicher den Schweizerischen Hunger nicht richtig einzuschätzen.

Wer war eigentlich EULENSPIEGEL? Ein ungewöhnlicher junger Mann mit Geist und Witz, der um 1300 in der Nähe von Braunschweig geboren wurde. Die Heimat vermochte ihn nicht zu halten: ein unwiderstehlicher Drang trieb ihn von Ort zu Ort. Er wollte den Menschen die Wahrheit sagen, und da er wusste, dass man ihn nicht ohne weiteres anhören würde, setzte er sich eine Schellenkappe auf. Für einen Narren sollte man ihn halten: nur so sah er die Möglichkeit, offen reden zu können. Als Wappentier wählte er die Eule, das Sinnbild der Weisheit, als Zepter den Spiegel, den er den Menschen vorzuhalten gedachte. Natürlich nicht direkt, das wäre sinnlos gewesen: Er ersann Streiche, immer neue Streiche, die ihm geeignet erschienen, seinen Zeitgenossen die Augen zu öffnen.

Der Samstag stand für die Teilnehmer zur freien Verfügung, sei es zum „Lädele“, Erkundungstouren oder halt auch einfach zum Ausschlafen. Am Abend nahmen wir den Weg zum St. Peters Stiftskeller unter die Füsse. Durch einen ziemlich alten und gemütlichen Gasthof führte unser Weg in einen wunderbar festlich beleuchteten Konzertsaal. Auf die Vorspeise folgte sogleich ein buntes Programm aus Mozart’s Feder und wir genossen alle diesen ungewöhnlichen Musikschmaus.

Wolfgang Amadeus Mozart 1756 bis 1791
Das Wunderkind: Wolfgang Amadeus Mozart wurde am 27. Januar 1756 als siebtes und zweites überlebendes Kind der Familie in Salzburg in der Getreidegasse 9 in einer Dreizimmerwohnung eines Mehrfamilienhauses (Hagenauer Haus) geboren.

Bereits im Alter von vier Jahren erhielten er und seine fünf Jahre ältere Schwester Maria Anna Walburga Ignatia, genannt „Nannerl“, vom Vater den ersten Musik- und allgemeinbildenden Unterricht (Klavier, Violine und Komposition). 1762 folgten seine ersten Auftritte.
Erste Konzertreisen Wolfgangs und seiner Schwester Nannerl mit den Eltern wurden Anfang 1762 nach München und Herbst 1762 von Passau nach Wien arrangiert, um dem Adel die talentierten Kinder zu präsentieren. Nach dem Erfolg des Wunderkindes in München und Wien startete die Familie am 9. Juni 1763 zu einer ausgedehnten Tournee durch die deutschen Lande und Westeuropa, die bis zur Rückkehr nach Salzburg am 29. November 1766 dreieinhalb Jahre dauerte. Während dieser Reisen entstanden unter anderem die ersten Sonaten für Klavier und Violine (die vier Sonaten für Klavier und Violine KV 6 bis 9 sind 1764 die ersten gedruckten Kompositionen Mozarts) sowie die erste Sinfonie Es-Dur (KV 16).
Am 4. August 1782 heiratete Mozart Constanze Weber, die Schwester Aloysias, die er drei Jahre zuvor in Mannheim kennen gelernt hatte und die in den folgenden Jahren sechs Kinder von ihm zur Welt brachte.
Letzte Werke und früher Tod: Nach der Uraufführung von La clemenza di Tito in Prag war Mozart Mitte September 1791 nach Wien zurückgekehrt und hatte sich sofort in die Arbeit für die Uraufführung der Zauberflöte gestürzt, die zwei Wochen später über die Bühne ging. Gleichzeitig hatte er die Motette Ave verum corpus ausgearbeitet und mit der Niederschrift des Requiems (KV 626) begonnen, die er jedoch nicht mehr abschließen konnte. Franz Xaver Süßmayr, einer Aussage Constanze Mozarts zufolge 1790/91 ehemaliger Schüler Mozarts, vollendete dasselbe.
Wenige Wochen nach der Uraufführung der Zauberflöte am 30. September 1791 wurde Mozart bettlägerig, am 5. Dezember um 1 Uhr früh starb er und wurde am Tag darauf beerdigt. Er wurde nicht ganz 36 Jahre alt. Seine Witwe besuchte das Grab zum ersten Mal erst nach 17 Jahren.
Am Sonntag Morgen führte uns ein steil ansteigender Spaziergang zur Festung Hohensalzburg hinauf. Die hervorragenden Sicht- und Wetterverhältnisse entschädigten uns schnell für den beschwerlichen Aufstieg. Ein Guide überschüttete uns sodann mit Jahreszahlen, Erzbischöfen und Geschichten aus der alten Zeit.

Festung Hohensalzburg: Sie verdankt ihre Entstehung dem Investiturstreit. Dieser Streit begann, nachdem Papst Gregor VII 1076 offiziell die Herrschaft über die ganze Welt beanspruchte und u.a. dem König verbot, Bischöfe und Äbte einzusetzen, und zudem Unterwerfung des Königs verlangte. Die sich daraus entwickelnden Auseinandersetzungen zwischen Papst und König Heinrich IV waren nicht nur verbaler Art, sie gaben auch Herzögen und Bischöfen Anlass, eigene Interessen unter dem Banner eines der beiden Streithähne zu verfolgen.
Bischöfe des 11. Jahrhunderts waren nicht nur weltliche Reichsfürsten, sondern auch Haudegen, Trinkwunder und Väter einer fröhlichen Kinderschar; sie mischten also ordentlich mit. So auch der Salzburger Erzbischof Gebhard, ein Anhänger Gregors. Nachdem sich Gregor und Heinrich in Canossa "ausgesöhnt" hatten, fürchtete Gebhard nicht zu Unrecht die Rückkehr Heinrichs aus Italien und begann 1077 mit dem Bau der Burgen Hohensalzburg, Hohenwerfen und Friesach (was ihm insoweit nichts nutzte, weil er sich dennoch bald darauf ins Exil begeben durfte).

Das damalige, wohl hölzerne Kastell Hohensalzburg wurde ca. hundert Jahre später - wie auch Hohenwerfen - von Erzbischof Konrad I. ausgebaut (Wohnturm mit Ringmauer). Ab Anfang des 15. Jahrhunderts bauten nahezu alle Erzbischöfe an der Festung herum. Der Anlage den letzten Pfiff gab der Erzbischof Paris Lodron (1619-1653). In der Folgezeit spielte die Festung dann keine Rolle mehr und sie verwahrloste bis zu ihrer Restaurierung und Nutzung als Arrest, Kaserne und Magazin ab 1861
Ich freue mich auf unsere nächste Reise!
Eure Monika Schmid, Verbandssekretärin


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